Das erste "Carmen"-Ballett schuf noch im Erscheinungsjahr der Dichtung der damals am Beginn seiner Karriere stehende Marius Petipa. 2006 schloss sich der italienische Choreograph Davide Bombana der langen Reihe herausragender Ballettschaffender an, die das tragische Schicksal der Bühnenfigur Carmen um neue Facetten bereicherten.
„Bey einer andächtig Musig ist allezeit Gott mit seiner Gnaden Gegenwart“, so lautet einer der Einträge von Johann Sebastian Bach in seine dreibändige Luther-Bibel. Die Eröffnungsworte des Weihnachts-Oratoriums „Jauchzet, frohlocket“ stimmen ein in den Jubelklang überschäumender Erwartung. Gedacht wird der Menschwerdung Christi. So dürfte es auch in der Weihnachtszeit 1734/35 in Leipzig geklungen haben, als mit Pauken und Trompeten die Ankunft Jesu gefeiert wurde – „Am 1sten Heil. Weyhnacht-Feyertage, Frühe zu St. Nicolai und Nachmittage zu St. Thomæ“, wie der Programmzettel es ausweist.
John Neumeier hat nicht nur mit seiner Ästhetik Ballettgeschichte geschrieben, sondern auch mit seinen außergewöhnlichen choreografischen und philosophischen Interpretationen großer sakraler Werke. Nach Händels Messias, Bachs Magnificat, Mozarts Requiem und Bachs Matthäus-Passion kreierte er mit seiner Choreografie des Weihnachtsoratoriums ein weiteres Ballett auf sakrale Musik. Zur Aufführung kommen die ersten drei Teile von Bachs Weihnachts-Oratorium, die nach dem Bericht des Lukas die näheren Umstände der Geburt Jesu behandeln. Maria und Joseph, das Kind in der Krippe, die Hirten und himmlischen Heerscharen bilden den äußeren Figurenkreis, der hineinführt in die grundlegenden Fragen um Vertrauen, Zuversicht, Zweifel und Hingabe. So wird die biblische Geschichte zu einer Geschichte für alle.
„Was bin ich?“ stellte die legendäre Frage danach, welches „Schweinderl“ man gerne hätte. „Wer bin ich?“ ist wohl eine der schwierigsten Fragen, die man sich stellen kann.
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Margrit Sartorius und Siemen Rühaak haben es sich in ihrem begeistert gefeierten Programm zur Aufgabe gemacht, anhand von eigenen und einigen aus der Welt-Literatur „geliehenen“ Texten, das Land der Liebe von verschiedenen Seiten zu beleuchten. Liebes-Räume werden er-tanzt, er-sungen, Liebes-Träume werden mit dem Publikum geteilt, szenisch, unterhaltsam, Freude, Schmerz, Lachen, Weinen... Nichts wird ausgeklammert: die Sinnlichkeit, die Trennung, das Paarungsverhalten des Seepferdchens, die Liebe als Obsession, Nähe- und Ferne-Angst werden spielerisch-ernsthaft und heiter-ironisch untersucht, viele Facetten der Liebe werden von den beiden Künstlern mit großer Vielseitigkeit und Lust tanzend, singend und spielend im und vor dem Publikum ausgebreitet, so dass am Ende des Konzerts Zuhörer und Darsteller vielleicht dem, was die Liebe ist oder sein könnte, ein Stückchen näher gekommen sind.
Unterstützung bekommen sie dabei von dem Tänzer Enrique Gasa Valga und der Tänzerin Marie Stockhausen, die - so ganz nebenbei - die Zwillingsschwester von Margrit Sartorius ist!
Stürme haben etwas Beängstigendes, Zerstörerisches, aber auch etwas Bereinigendes, fast Klärendes. Die Ruhe vor dem Sturm ist trügerisch, selbst wenn man nach ihm Ausschau hält, das Eintreffen jener Urgewalt zu berechnen vermag – hoffend, dass er einen diesmal verschont. Befindet man sich mittendrin, ist Widerstand schier aussichtslos. Und ist er dann über einen hin¬weggefegt, herrscht auf einmal Ruhe – die Ruhe nach dem Sturm: fassungslose Stille, ein tonloses Ausatmen, eine momentane Lähmung, die dann umso schneller in pragmatischen Aktionismus umschlagen kann oder in Selbstaufgabe münden. Doch meist schwingt, wenn man ihn mehr oder minder heil überstanden hat, sehr schnell eine unterschwellige Neugierde mit, wie es den anderen ergangen ist, die ebenso in den Sog des Sturms hineingezogen und womöglich – hoffentlich – wieder ausgespuckt wurden.
Ob als elementare Naturereignisse oder im übertragenen Sinne als politisch-geschichtliche Umwälzungen oder zwischenmenschlich-emotionale Ausnahmesituationen – Stürme lösen zumeist eine dynamische, von gravierenden Änderungen begleitete Folge von Ereignissen aus. All diese Aspekte und scheinbaren Widersprüche prägen Shakespeares letzte Komödie Der Sturm. Kaum aufgezeigt, verkehrt Shakespeare sie ins Gegenteil. Was also ist die Wahrheit? Gibt es richtig und falsch? Oder hängt vielleicht alles vom Blickwinkel ab, von dem aus man eine Sache betrachtet? Ist die Zivilisation Segen oder Fluch? Zerstört sie die Natur – und damit auch das Wesen des Menschen? Wie viele Stürme kann ein Herz überstehen – bis es bricht?
In seinem neuen Tanztheater begibt sich der Choreograph Jochen Heckmann zusammen mit dem Tanzensemble des TLT auf eine sinnliche Reise durch imaginäre (Gefühls-) Landschaften voller Naturgewalten, Leidenschaften und An-Stürmen verschiedenster Ausmaße.
Sandra La Chispa - Tanz
Juan Murube - Gesang
Zahra - Tanz
Special Guest: Manuel Ortega
"Nacht des Flamenco"
Das Programm bietet eine Reise durch die diversen Provinzen Andalusiens wie Granada, Sevilla, Cadiz, etc., wobei die typischen Stile, "Palos", dieser Regionen präsentiert werden.
An diesem Abend kann das Publikum die unterschiedlichen Formen des Flamenco von puren, traditionellen über Jazz, Pop bis hin zu arabischen Einflüssen erleben.
Dieses abwechslungsreiche Programm wird von Künstlern dargeboten, die weltweit das Publikum begeistern. Der Gitarrist Flaco de Nerja, der von spanischen Medien als Virtuose mit ausgezeichneter Technik gepriesen wird, präsentiert seine Kompositionen gemeinsam mit seinem Ensemble und dem Sänger Juan Murube aus Sevilla. Juan Murube ist ein facettenreicher Sänger und wurde bereits mit dem Preis "Naranjito de Tirana" für seinen Gesang ausgezeichnet. Aufgrund seiner Vielseitigkeit arbeitete er, neben dem Flamenco, auch schon mit Rockgruppen und dem Saint Entienner Symphonieorchester in dem Werk "La Vida Breve" von Manuel de Falla.
Optisch sorgt Sandra La Chispa für den tänzerischen Teil dieser Flamenconacht. Sie ist durch ihren femininen Tanzstil, dem schnellen, rhythmisch sehr interessanten Zapateado und ihrem einzigartigen Ausdruck, sehr beliebt bei ihren Zusehern. Manuel Ortega, der auf der Suche nach seinen Wurzeln in Spanien, auch musikalisch von der andalusischen Kunst beeinflusst wird, präsentiert gemeinsam mit Flaco de Nerja und dessen Ensemble, einige seiner Lieder.
Mitreißende Rhythmen und Melodien mit Live-Band erzählen von der überbordenden Lebenslust des kubanischen Volkes und von der Leidenschaft zwischen Mann und Frau. CUBANEANDO! zelebriert in Musik und Tanz die Vergangenheit und die Gegenwart Kubas.
Das Tanzquartier Wien und das Koproduktionshaus brut Wien bringen in einer gemeinsamen Kooperation diese internationalem Format nach Wien.
Getanzt wird the whole night through: Im DSCHUNGEL WIEN, dem Tanzquartier Wien und an anderen Orten des Museumsquartiers werden ChoreografInnen ihre Muskeln stählen, göttliche Feiern und La Boum-inspirierte Tänze das Publikum vor der REM-Schlafphase bewahren.
Tanz- und Performancearbeiten, Skizzen, Installationen, performative Konzerte oder ortspezifische Arbeiten spielen mit den unterschiedlichsten Facetten des Choreografischen und geben in einer Nacht einen kompakten und intensiven Einblick in die Spannbreite des Tanzschaffens in Wien.
Der Tanzmarathon, der in diesem Jahr zum ersten Mal stattfindet, ist eine Kooperation von Tanzquartier Wien, brut Wien und DSCHUNGEL WIEN.
Leben ist das Stichwort dieses Abends, an dem die unterschiedlichsten Elemente zu einem tänzerischen Ausruf der Freude verknüpft werden: Olé [der spanische Ausdruck, der aus der tiefsten Berührung des Inneren evoziert wird, wenn Kunst präsent ist]. Diese Tanzimpressionen sind geprägt von der Energie des Lebens, kleinen Momentaufnahmen menschlicher Beziehungen, von der Poesie und der Verführung, Liebe und Hass, von Erde, Wasser, Luft und Wind. Dabei sollen die Klangfarben der Gedichte Rainer Maria Rilkes sowie die Kompositionen der französischen Impressionisten die formale Struktur unterstreichen. Der subjektive Ein¬druck des Augenblicks und der Lebendigkeit. Das Eintauchen in die vier Elemente des Lebens, die das Sein ausmachen. Der Kreis des Lebens, in dem alle Faktoren voneinander abhängig sind.
Enrique Gasa Valga, der Leiter des Tanztheaters, lässt sich von der Frische und der Dynamik der neuen Tanzcompany am TLT inspi¬rieren und lädt das Innsbrucker Publikum zu einem Abenteuer mit einer neuen choreographischen Handschrift ein. Er zelebriert die Liebe, die uns durch das Leben trägt. Er zelebriert das Publikum, ohne das es kein Theater, keinen Tanz gäbe. Bei ihm wird der Theatersaal zu einer Erlebniswelt aus Tanz, Poetik, Gesang und kreativer Phantasie. Gasa Valga nimmt die Herausforderung an, die Zuschauer singend und tanzend aus dem Theater gehen zu sehen. Olé!
Über 4 Stunden lang werden exotisches Flair und Spannung die Gäste in ihren Bann ziehen, ehe die Sieger feststehen. Lassen Sie sich diesen Abend nicht entgehen und sichern Sie sich Ihre Eintrittskarte.
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