Die diesjährige Auslobung des Förderpreises stand unter dem Thema „Inszenierung / Mise en scène“. Die Preisträger Keren Cytter (*1977), Manuel Graf (*1978), Simon Dybbroe Møller (*1976) und Tris Vonna-Michell (*1982) wurden aus 50 Künstlern ausgewählt, in deren Werk die Reflexion theatraler Themen, Ausdrucks- und Inszenierungsformen von zentraler Bedeutung ist.
Ob in der Eroberung der Landschaft und in der daraus resultierenden glaubhaften Wiedergabe von Nähe und Ferne, ob in der treffenden Charakterisierung des menschlichen Antlitzes, ob in einer detailgetreuen, fein erarbeiteten Zeichnung von stofflichen Details oder in der launigen Schilderung des Bauernalltags: Waldmüllers Werke waren für eine ganze Künstlergeneration richtungweisend - schildernd, erklärend, moralisierend und sozialkritisch zugleich. Auch mit seinem Eintreten für das Naturstudium und die Freilichtmalerei und damit gegen die akademische Maltradition wies Waldmüller weit in die Zukunft.
In der rund 120 Gemälde umfassenden Retrospektive werden die Hauptwerke aus der Sammlung des Belvedere durch Leihgaben aus nationalen und internationalen Sammlungen ergänzt. Einige bislang verschollen geglaubte Gemälde werden erstmals öffentlich präsentiert.
Die Ausstellung ist in Kooperation mit dem Musée du Louvre, Paris entstanden, wo diese im Frühjahr 2009 in kleinerer Form zu sehen war und wird von einem Katalog in deutscher und französischer Sprache begleitet.
Bereits in der Jungsteinzeit scheint Salz aus Hallstatt begehrt gewesen zu sein. Vor gut 2.500 Jahren war die Blütezeit der Salzgewinnung in den Bergwerken. Die Leute erkannten zu jener Zeit den Wert des Salzes und nutzten ihn. Lebensmittel wurden für eine längere Haltbarkeit getrocknet, geröstet, geräuchert und eingepökelt. Für die Vorratshaltung war dies unumgänglich. Weil das Salz jedoch nicht überall verfügbar war, wurde es schon sehr früh zu einem teuren Handelsgut und die Drahtzieher des Salzabbaues wurden unvorstellbar reich.
Den Reichtum, den ihnen das weiße Gold bescherte, sieht man heute an den Grabbeigaben. Das Hallstätter Gräberfeld ist eines der wichtigsten prähistorischen Gräberfelder Europas. Es ist nicht nur wegen des Reichtums in den Gräbern, sondern auch wegen seiner Größe einer der bedeutendsten Friedhöfe Europas. Das Gräberfeld war ausschlaggebend für die Benennung einer gesamten Epoche nach dem Fundort. Bereits im 19. Jahrhundert wurden mehr als 1.000 Gräber ausgegraben, mittlerweile sind es mehr als 2.000.
Das weltberühmte Gräberfeld ist nicht alltägliche Archäologie, außergewöhnlich reiche Grabbeigaben kamen bei den Ausgrabungen zum Vorschein.
Das reiche Gräberfeld ist eines der beiden Sensationsfunde in Hallstatt. Im Salzbergwerk kamen verborgene Schätze, die das Salz bis heute konserviert, zum Vorschein. Hölzer, Felle, Gewebereste, Exkremente und Speisereste - die unter normalen Bedingungen längst verwest wären - sind erhalten geblieben und geben Aufschluss über die Arbeit im Salzbergwerk von Hallstatt.
Neben Moor und Eis ist Salz jene Form der Konservierung, die auch Vergängliches jahrtausende erhält, also auch die Mützen und Tragsäcke von Bergleuten. Fünf Tragsäcke sind bis heute gefunden. Diese sind auch in der Ausstellung im Original zu sehen.
Auch wenn durch die Funde im Bergwerk und im Gräberfeld von Hallstatt sehr viele Einblicke gewonnen werden konnten, so ist die Eisenzeit nach wie vor eine geheimnisvolle Zeit, die der Wissenschaft bis heute Rätsel aufgibt. In den kommenden Jahren werden Erklärungsansätze zur Lebensweise dieser Leitkultur im Museum für Urgeschichte versucht.
Die Landung von Christoph Columbus in Amerika 1492 bescherte der alten Welt ein völlig neues Genussmittel – den Tabak. Anfangs als Zierpflanze in den botanischen Gärten Spaniens kultiviert, wurde er später als medizinisches Heilmittel gepriesen. Erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts begann man, den Tabak aus Tonpfeifen, die man den Rauchgeräten der Indianer nachempfunden hatte, zu rauchen.
Die Ausstellung zeichnet die mehr als vierhundertjährige, wechselvolle Geschichte des Tabakkonsums nach. Ihren Niederschlag fand diese nicht nur in den unterschiedlichsten Accessoires höchster kunsthandwerklicher Qualität, sondern auch Werken der bildenden Kunst. Ausgesuchte Stücke aus den Beständen der Sammlung JTI/Austria Tabak und des Kunsthistorischen Museums illustrieren die faszinierende Kulturgeschichte dieses seit jeher kontroversiell diskutierten Genussmittels.
Seit nunmehr achtzehn Jahren werden am Sandberg, einer Anhöhe im niederösterreichischen Weinviertel zwischen Roseldorf und Platt (BH Hollabrunn) Forschungen im Rahmen des Projektes „FÜRSTENSITZ-KELTENSTADT“ SANDBERG unter der Leitung der Prähistorikerin Dr. Veronika Holzer vom Naturhistorischen Museum Wien durchgeführt. Die bereits seit Anfang des 18. Jh. durch zahlreiche Oberflächenfunde, darunter vor allem Gold- und Silbermünzen, größte bekannte keltische Zentralsiedlung Österreichs, kann wohl als eine der bedeutendsten archäologischen Ausgrabungsstätten in Österreich der letzten Jahre angesehen werden.
Die besondere Rolle der Siedlung zur Keltenzeit und heute wird für die internationale Forschung durch ihre Größe, ihre bewusst gewählte strategische Lage einerseits, ihre weit reichenden Handelsbeziehungen, ihre eigene Münzprägestätte, ihre Funktion als Wirtschaftszentrum, gesellschaftliches und religiöses Zentrum andererseits besonders deutlich.
Unter Interieur verstehen wir die Darstellung von Innenräumen. Es ist damit die vielseitigste Bildgattung der Malerei überhaupt. Die so bezeichneten Bilder erzählen vom Lebensraum des Menschen, seinem privaten Milieu, seiner Arbeitswelt und seiner häuslichen Intimität. Sie schildern den Alltag in all seiner Poesie und Fülle seiner oft gewöhnlichen, zuweilen komischen oder auch tragischen Momente. Neben der künstlerischen Herausforderung, mit Hilfe von Perspektive und Lichtführung die Illusion eines Innenraums entstehen zu lassen, wird die Lebenswirklichkeit in ihrer realen Drastik, in ironischer Brechung und als moralische Ermahnung dargestellt. Das Bild des Innenraums kann das Portrait mit dem Stilleben, die Heiligenlegende mit einer profanen Werkstatt, das sichtlich Erfundene mit der peniblen Dokumentation verbinden. Es kann mit ausgeklügelter Symbolik aus der Vielfalt der im Haus zur Verfügung stehenden Gegenstände ganze Geschichten erzählen oder die Dinge einfach nur zur Freude an ihrem Dasein als Farbe und Form ins Bild setzen.
Die Ausstellungsobjekte stammen aus der Gemäldegalerie des KHM, sowie aus anderen Wiener Museen: Belvedere, Albertina, Liechtenstein-Museum und Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste.
Die Maske, das „künstliche Gesicht“, ist Teil der frühesten künstlerischen Produktion der Menschheit überhaupt und diente über alle Zeiten hinweg in den unterschiedlichsten Kulturen stets als Instrument und Medium lebens- oder/und kulturstiftender Prozesse: im Toten- Erinnerungs- und Ahnenkult, in Riten der Verwandlung und Erneuerung, als fundamentale Ausdrucksform in Mysterienspielen und im Theater, als Teil höfischer Festzüge, doch letztlich auch zum Schutz, zur Camouflage und vielem anderen.
Neu an dieser Präsentation - über den breit gestreckten zeitlichen und kulturellen Rahmen hinaus - ist vor allem der Versuch, anhand einer Gliederung nach Funktionen, die Masken der bisher konzeptuell und museal getrennten Kulturen der europäischen und außereuropäischen Länder wirkungsvoll miteinander in Beziehung zu setzen.
Gezeigt werden Skulpturen, Objekte, Fotoarbeiten, Ölbilder sowie Manuskripte, die sowohl inhaltlich als auch konzeptionell Bezug auf die Gemälde von Albrecht Dürer, Pieter Bruegel, Rembrandt Harmensz van Rijn und Frans Snyders nehmen.
Elena Elagina ( * 1949 in Moskau) und Igor Makarevich (* 1943 in Trialeti/Georgien) zählen zu den bedeutendsten zeitgenossischen russischen Künstlern. In ihren Bildern, Objekten und Installationen stoßen wir immer wieder auf Zeichen, die wie Türen zu anderen, nicht immer bildhaften Sinnräumen führen.
Anna Pawlowa, Wazlaw Nijinsky, Michel Fokine, George Balanchine, Igor Strawinsky, Léon Bakst, Pablo Picasso: Immer neue Schwärme von Künstlern jeglicher Couleur – Tänzer, Choreographen, Komponisten, Bildende Künstler – wusste der russische Impresario Sergej Diaghilew in seinen legendären Ballets Russes zu versammeln und schickte diese erste “touring company” des 20. Jahrhunderts auf Reisen durch Europa und die ganze Welt.
Wie lässt sich aber inmitten all der kulturellen Vielfalt das „Russische“ erfassen, der rote Faden, der viele der Produktionen verband? Welche Themen gestalteten die Ballets Russes und auf welche Weise?
Welche Auswirkungen hatten der Westen und die weit verzweigten Tourneebewegungen der Kompanie auf die Ästhetik ihrer Bild- und Bewegungswelten?
Die mit zahlreichen Leihgaben aus Russland ausgestattete Sonderausstellung geht diesen Fragen nach und bringt mit ihren innovativen wissenschaftlichen Thesen neuen Wind in die anhaltende Diskussion um die berühmteste Ballettkompanie des 20. Jahrhunderts.
Gezeigt werden Originalkostüme, Kostüm- und Bühnenbildentwürfe von Künstlern wie Léon Bakst, Alexandre Benois oder Natalja Gontscharowa sowie handschriftliche Tanz-Notationen von Michel Fokine und Wazlaw Nijinsky, dazu Skulpturen, Plakate, Fotografien und Filmmaterial.
Den Tanz-Notationen werden Filmsequenzen mit tänzerischen Annäherungen gegenübergestellt, die eigens für diese Ausstellung entstanden sind. Drei Kostüme wurden in einer überaus kunstfertigen Technik an der “Moscow Art Theatre School” als Papierrepliken angefertigt.
Zahlreiche Objekte, die z. T. noch nie der Öffentlichkeit gezeigt worden sind, kommen aus St. Petersburg, Moskau und aus der John Neumeier-Stiftung, ergänzt durch Leihgaben aus München, Salzburg und französischem Privatbesitz sowie Objekten der eigenen Sammlung.
Die Präsentation im MUMOK – die erste in Österreich – vereint Werke aus allen Schaffensphasen und präsentiert einen eigens für die Ausstellung geschaffenen neuen Werkzyklus. In Twomblys Bildern und Skulpturen wird die mediterrane Welt antiker Mythen heraufbeschworen, wobei er gerade das Beiläufige und Untergründige ins Zentrum rückt. Der Wechsel zwischen Sensibilität und Vulgarität, filigraner Technik und Expressivität macht die ungeheure Spannung seiner Arbeiten aus. Die retrospektiv angelegte Ausstellung führt die bisher zumeist getrennt gezeigten Gattungen Skulptur, Malerei, Zeichnung, Grafik und Fotografie zusammen. Die Werke werden so präsentiert, dass die gegenseitige Reflexion, die Beeinflussung und Bereicherung der einzelnen Medien deutlich wird und ästhetische und konzeptuelle Leitlinien von Twomblys Kunst sichtbar werden: die Etablierung der Farbe Weiß, die Verwendung von Schrift, die Bedeutung von Collage-Prinzipien und ästhetische Ausdrucksmittel wie das melancholische Herabfließen der pastos aufgetragenen Farbe. Bisher ist kaum bekannt, dass sich Twombly seit seiner Zeit am Black Mountain College in den frühen 50er Jahren kontinuierlich mit Fotografie beschäftigt. Im Rahmen der Wiener Ausstellung wird erstmals dieses reiche fotografische Oeuvre in eine Darstellung von Twomblys Werk integrieren.