Anna Pawlowa, Wazlaw Nijinsky, Michel Fokine, George Balanchine, Igor Strawinsky, Léon Bakst, Pablo Picasso: Immer neue Schwärme von Künstlern jeglicher Couleur – Tänzer, Choreographen, Komponisten, Bildende Künstler – wusste der russische Impresario Sergej Diaghilew in seinen legendären Ballets Russes zu versammeln und schickte diese erste “touring company” des 20. Jahrhunderts auf Reisen durch Europa und die ganze Welt.
Wie lässt sich aber inmitten all der kulturellen Vielfalt das „Russische“ erfassen, der rote Faden, der viele der Produktionen verband? Welche Themen gestalteten die Ballets Russes und auf welche Weise?
Welche Auswirkungen hatten der Westen und die weit verzweigten Tourneebewegungen der Kompanie auf die Ästhetik ihrer Bild- und Bewegungswelten?
Die mit zahlreichen Leihgaben aus Russland ausgestattete Sonderausstellung geht diesen Fragen nach und bringt mit ihren innovativen wissenschaftlichen Thesen neuen Wind in die anhaltende Diskussion um die berühmteste Ballettkompanie des 20. Jahrhunderts.
Gezeigt werden Originalkostüme, Kostüm- und Bühnenbildentwürfe von Künstlern wie Léon Bakst, Alexandre Benois oder Natalja Gontscharowa sowie handschriftliche Tanz-Notationen von Michel Fokine und Wazlaw Nijinsky, dazu Skulpturen, Plakate, Fotografien und Filmmaterial.
Den Tanz-Notationen werden Filmsequenzen mit tänzerischen Annäherungen gegenübergestellt, die eigens für diese Ausstellung entstanden sind. Drei Kostüme wurden in einer überaus kunstfertigen Technik an der “Moscow Art Theatre School” als Papierrepliken angefertigt.
Zahlreiche Objekte, die z. T. noch nie der Öffentlichkeit gezeigt worden sind, kommen aus St. Petersburg, Moskau und aus der John Neumeier-Stiftung, ergänzt durch Leihgaben aus München, Salzburg und französischem Privatbesitz sowie Objekten der eigenen Sammlung.
Die Präsentation im MUMOK – die erste in Österreich – vereint Werke aus allen Schaffensphasen und präsentiert einen eigens für die Ausstellung geschaffenen neuen Werkzyklus. In Twomblys Bildern und Skulpturen wird die mediterrane Welt antiker Mythen heraufbeschworen, wobei er gerade das Beiläufige und Untergründige ins Zentrum rückt. Der Wechsel zwischen Sensibilität und Vulgarität, filigraner Technik und Expressivität macht die ungeheure Spannung seiner Arbeiten aus. Die retrospektiv angelegte Ausstellung führt die bisher zumeist getrennt gezeigten Gattungen Skulptur, Malerei, Zeichnung, Grafik und Fotografie zusammen. Die Werke werden so präsentiert, dass die gegenseitige Reflexion, die Beeinflussung und Bereicherung der einzelnen Medien deutlich wird und ästhetische und konzeptuelle Leitlinien von Twomblys Kunst sichtbar werden: die Etablierung der Farbe Weiß, die Verwendung von Schrift, die Bedeutung von Collage-Prinzipien und ästhetische Ausdrucksmittel wie das melancholische Herabfließen der pastos aufgetragenen Farbe. Bisher ist kaum bekannt, dass sich Twombly seit seiner Zeit am Black Mountain College in den frühen 50er Jahren kontinuierlich mit Fotografie beschäftigt. Im Rahmen der Wiener Ausstellung wird erstmals dieses reiche fotografische Oeuvre in eine Darstellung von Twomblys Werk integrieren.
Im Mittelpunkt dieser außergewöhnlichen und ambitionierten Ausstellung stehen die Ergebnisse eines 5-jährigen Forschungsprojektes, die einen neuen, faszinierenden Blick auf die Entstehungsgeschichte, die Techniken und Malweisen des Impressionismus ermöglichen.
Die Geschichte des Impressionismus wird so - an beispielhaften Werken von Courbet, Caillebotte, Manet, Monet, Renoir, Cézanne, Pissarro, Signac und van Gogh - neu erzählt, wobei erstmals Kunstgeschichte und Kunsttechnologie auf eine gleichberechtigte Ebene gestellt werden. Unterschiedliche Leitfragen, beispielsweise "Was ist eine Impression?", "Drinnen oder Draußen?", oder "Wann ist ein Bild fertig?" ermöglichen eine ganz neue Zugangsweise zur Kunst des Impressionismus.
Die Ausstellung "Body and Language" präsentiert diese unterschiedlichen künstlerischen Positionen mit ca. 80 Fotoarbeiten aus den Beständen der Albertina.
Erstmals in der Geschichte der Albertina bekommen die "jungen Meister" nun die Möglichkeit, ihre kleinen und großen Kunstwerke im Museum selbst einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.
Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von rund 150 der besten Arbeiten, die in den letzten zwei Jahren in der Albertina Meisterklasse entstanden sind.
Für ihn ist Video »wie Wasser [...] eine völlig ätherische Form, die 50 Jahre lang im Fernseher eingeschlossen war«. Konsequenterweise vollzog er daher Anfang der 1990er-Jahre den Schritt zur freien, im Raum »agierenden« Videoskulptur. Er begann seine Videogesichter auf Objekte, kissenartige Köpfe und Stoffpuppen zu projizieren und löste seine Kunst damit endgültig vom Bildschirm.
Ourslers Werke sind im Zwischenbereich von Skulptur und Performance angesiedelt. Häufig arbeitet der Künstler mit der Performerin Tracy Leipolt zusammen. Seine Figuren sind unter Möbeln verborgen oder kauern in Zimmerecken und erzählen Geschichten. Oursler thematisiert dabei immer wieder den Einfluss der Massenmedien auf die menschliche Psyche. So lässt er seine Figuren manisch jammern, schreien, schimpfen und stöhnen und wie besessen und von fremden Kräften angetrieben unaufhörlich Satzfragmente hervorstoßen.
Seine neuen Arbeiten bestehen häufig aus mehreren skulpturalen Videoelementen und besetzen, wie schon seine Gemeinschaftsarbeit mit Mike Kelley auf der DOCUMENTA IX (1992), ganze Räume, sodass der Betrachter zum Akteur der Inszenierung wird. Eindringlich potenziert sich hier der nach innen gerichtete mediale Blick in die Psyche des Menschen.
Im Mittelpunkt seines Schaffens steht der menschliche Körper, den er, ausgehend von seinem eigenen Körper, in immer wieder neuen skulpturalen Konstellationen in Form von Einzelfiguren und in großen Ensembles präsentiert. Die Ausstellung im KUB führt vier große, für Antony Gormleys OEuvre wichtige Werkgruppen aus den Jahren 1995 bis 2009 zusammen: die »Expansion«-Arbeiten, »Allotment«, »Critical Mass« und eine neue Installation. Sie thematisieren im Kontext der Architektur von Peter Zumthor die Herausforderung an die mentale Balance des Menschen zwischen Selbstbehauptung als Individuum und seiner Auflösung in der Masse.
Dabei verzichtet die Ausstellung nicht auf die Darstellung der für die Geschichte der Stadt elementaren Ereignisse und im Abschnitt „Local Heroes" begegnen uns für die Stadtgeschichte bedeutende Persönlichkeiten wie Jakob Prandtauer oder Julius Raab. In gleicher Weise wird sie aber auch den Blick auf kleinere, oft unterschätzte, für die Geschichte der Stadt jedoch ebenso wichtige Ereignisse verweisen oder den einen oder anderen bislang noch nicht gewürdigten St. Pöltner in den Mittelpunkt des Interesses rücken. In Erinnerung gerufen werden auch unbekannte St. Pöltner Pioniere und Erfinder wie etwa der Pionier des Radiowesens Dr. Karl Unger oder der St. Pöltner Chefmechaniker Karl Cerny, der 1933 einen mit flüssigem Betriebsstoff angetriebenen Raketenwagen konstruiert hat.
Ein eigenes Kapitel widmet sich auch den bedeutenden Frauen der Stadtgeschichte. Weitere Specials zeigen die berühmtesten Schüler und bedeutendsten Gäste der Stadt St. Pölten - darunter Napoleon, Mozart, Schubert, aber auch Juri Gagarin! Ein weiterer Schwerpunkt befasst sich schließlich mit der reichen kulturellen Vergangenheit unserer Stadt, ehe das Kapitel „Zukunftsvisionen einst und jetzt" die Ausstellung abschließt.
Kaum jemand hat jedoch eine Vorstellung vom gesamten Umfang, von der hohen Qualität und der unschätzbaren kulturgeschichtlichen Bedeutung dieser Sammlung. Sie ist eine der jüngsten in Österreich. Seit kaum mehr als 60 Jahren sammelt das Land Werke der Kunst. Mittlerweile ist der Bestand bereits auf beachtliche 50.000 Exponate angewachsen - Tendenz stark steigend. Neben Werken des Mittelalters, der Barockzeit, des 19. Jahrhunderts, der Jahrhundertwende und der Zwischenkriegszeit, bildet die zeitgenössische Kunst den Schwerpunkt der Sammlung.
Der aktuellen Meisterwerke-Schau kommt in der Phase des Umbaues des Landesmuseums eine ganz besondere Bedeutung zu. Sie versteht sich vor allem als Appetitmacher, als Vorgeschmack auf die ab Herbst wieder zugänglichen, dann neu und großzügig gestalteten Bereiche der Dauerausstellung. Platzbedingt wurden nun jeweils vier bis sechs unserer hochrangigsten Exponate stellvertretend für eine Epoche ausgewählt. Es sind durchwegs Zimelien der Sammlung, Hauptwerke bedeutender Künstler und dabei doch charakteristische Beispiele für das Kunstschaffen ihrer Zeit.
Die aufgezeigten Bezugsfelder reichen von der Popkultur bis zur Wahrnehmungstheorie und Medientechnologie.
Die stillen Hallen der Museen sind Vergangenheit. Stattdessen tönt und lärmt es, denn bildende KünstlerInnen agieren heute ganz selbstverständlich auch mit dem Klang der Welt. Die einstige Hegemonie des Visuellen ist mittlerweile ersetzt durch ein vielfältiges Wechselspiel von Bild und Ton. Der Bezug zu Musik, Sound und experimenteller Komposition war dabei auch immer mit unterschiedlichen visionären Versprechungen aufgeladen.