Eine geheimnisvolle Unbekannte hat dem Maler Armando Cellini für sein preisgekröntes Porträt „Maske in Blau“ Modell gesessen und versprochen, nach einem Jahr nach San Remo zurückzukehren und ihre Identität preiszugeben. Als Erkennungszeichen hat Armando ihr einen Ring geschenkt. Tatsächlich stellt sich nach Ablauf der Frist die Dame in Armandos Atelier ein. Und damit beginnen die Verwicklungen, die aber schlußendlich zu dem obligaten Happy End für alle Beteiligten führen. Mit „Die Juliska aus Budapest“, „Schau einer schönen Frau nie zu tief in die Augen“, und „Am Rio Negro“ schuf Fred Raymond wirkungsvolle musikalische Szenen, originell im Einfall und brillant in der Ausführung.
In der 48. Spielsaison seit Bestehen setzen die Lehár-Festspiele einen dramaturgischen Wien-Schwerpunkt: Wiener Blut von Johann Strauß Sohn beleuchtet in amüsanter Weise die Zeit des Wiener Biedermeier und die amourösen Abenteuer des Grafen Zedlau, die zu allerlei komischen Verwicklungen und Verwechslungen führen.
Publikumsliebling Franz Suhrada, bekannt aus Film und Fernsehen, wird den Kagler spielen. Unter der Regie von Wolfgang Dosch und der musikalischen Leitung von Marius Burkert feiert diese Operette beim Lehár-Festival 2009 am 11. Juli Premiere.
Im Land des Lächelns von Franz Lehár stehen die Anziehungskraft des Fremden, der omnipräsente Reiz des Exotischen im Mittelpunkt des Bühnengeschehens. Die Wienerin Lisa, Tochter einer großbürgerlichen Familie, unterliegt der Faszination des Fernöstlichen. Mit Vincent Schirrmacher in der Rolle des Prinzen Sou-Chong steht heuer in Bad Ischl ein hochdekorierter Shootingstar auf der Bühne. Schirrmacher ist Träger des Johann-Strauß-Preises 2006, war 2007 Sieger beim Internationalen Gesangswettbewerb Robert Stolz in Hamburg und errang 2008 den dritten Platz in der Kategorie „Operette“ an der Norske Oper Oslo. Beim Belvedere-Wettbewerb in Wien eroberte er 2008 zudem den dritten Platz.
Gespannt darf man sein, wie Regisseur Leonard C. Prinsloo diese romantische Operette, die am 10. Oktober 1912 in Berlin uraufgeführt wurde, beim Lehár-Festival 2009 zeitgenössisch umsetzen wird. Premiere ist am 18. Juli 2009; am Dirigentenpult steht Vinzenz Praxmarer.
Mit beiden Produktionen bleibt Intendant Dr. Michael Lakner seinem Erfolgskurs treu: dem Brückenschlag zwischen einerseits historisch-klassischen und andererseits schwungvoll-modernen Inszenierungen. Damit schafft es dieses feine Festival im Salzkammergut, sowohl die treuen Stammgäste als auch ein sich an neuen Sichtweisen erfreuendes, musicalorientiertes Publikum mit Ohrenschmaus und Augenweide zu verwöhnen. Der Erfolg bestätigt die Richtigkeit des eingeschlagenen Wegs.
Das traditionelle Orchesterkonzert mit dem Franz-Lehár-Orchester, die „Kaiser-Gala“, bietet am 16. August 2009 unter anderem Werke des Mitbegründers der „silbernen Operettenära“ Emmerich Kálmán. Kammersängerin Ulrike Steinsky ist der Stargast dieser Gala, die von Marius Burkert dirigiert wird.
Das heitere Verwirrspiel um Liebe, Eifersucht und Bestechlichkeit spielt im deutschen Rheinland, bringt aber mit dem Vogelhändler Adam aus Tirol ebenso alpenländische Folklore auf die Bühne.
Dr. Gustav Landtmann ist ein erfolgreicher Scheidungsanwalt in Wien. Seine Spezialität: Er macht scheidungsunwilligen Ehefrauen das Singleleben wieder schmackhaft, wobei er nicht zögert, dabei seine Männlichkeit wirkungsvoll einzusetzen. Sehr zum Vorteil der Kanzlei und seines Kompagnons Dr. Hildebrandt. Nun ist alles anders!
Landtmann hat geheiratet und will seiner Frau treu bleiben. Sehr zum Unwillen seines Partners. Nicht nur, weil dieser ein eingefleischter Junggeselle ist und Landtmanns Vorsatz als Verrat an den von beiden seinerzeit beschworenen Prinzipien ansieht, sondern auch, weil der Geschäftserfolg der Kanzlei rapide zurückgeht. Aber nicht nur Hildebrandt stellt eine Gefahr für Landtmanns Treue dar, sondern vor allem der anbrechende Frühling, der die verborgenen Gefühle wieder aufbrechen lässt.
In der Person der scheidungsunwilligen Baronin de Croise tritt die Versuchung mit voller Macht an Landtmann heran.
Landtmanns Verhalten bleibt allerdings seiner jungen Gattin Emilie nicht verborgen. Sie sucht Rat bei ihrer in diesen Dingen erfahrenen Mutter, die ihr das Rezept verrät, mit dem sie alle Seitensprünge ihres Gatten im Keim erstickt hat.
Der Versuch Emilies auch ihren Gatten mittels dieses Rezeptes zu disziplinieren, führt zu ungeahnten Verwicklungen, die aber schliesslich im Gartenetablissement „Paradies" im Prater ihr Happy End finden ...
Die millionenschwere Witwe Hanna Glawari und Graf Danilo stammen aus dem kleinen Fürstentum Pontevedro, dessen finanzieller Zusammenbruch nur dadurch verhindert werden könnte, indem Hanna Glawari einen Landsmann heiratet und somit ihr Eigentum nicht in die gierigen Hände der zahlreichen ausländischen Mitgiftjäger fällt.
Graf Danilo wird mit der delikaten Aufgabe betraut, an Hannas Vaterlandsgefühle zu appellieren und Hannas Herz an das seine zu binden. Dass sie sich lieben, wissen die beiden schon, nur durften sie einstens nicht heiraten, weil sie arm war und mit dem schwerreichen Bankier Glawari verheiratet wurde, der bald nach der Hochzeit starb und seiner Frau das ganze Vermögen vermachte. Danilo ging damals als Sekretär an die pontevedrinische Gesandtschaft in Paris. Dort begegnen sich Hanna und Danilo zu Beginn des Stückes wieder. Das eine und andere Missverständnis muss noch aus dem Weg geräumt werden, bis sie sich eingestehend, dass sie füreinander geschaffen sind. Und über Geld wird nicht mehr gesprochen, denn man hat es ja ...
Gastspiel der Opera North, Leeds.
Musikalische Leitung: Richard Farnes
Inszenierung: Richard Jones
Das Stück erzählt humorvolldüstere Geschichten von Menschen, deren höchstes Ziel es ist, das Geheimnis des Jungbrunnens zu suchen, zu finden und zu nutzen – koste es, was es wolle.
Der 1961 in Stockport/England geborene Komponist David Sawer sieht sich selbst als „Theatermensch, der Musik schreibt“. Schon zu Beginn seiner Karriere war es ihm wichtig, seine Werke stets theatralischen Grundsätzen zu unterwerfen. Hautnah, ein Auftragswerk der Bregenzer Festspiele in Koproduktion mit der Opera North, der Komischen Oper Berlin und der Royal Danish Opera, ist seine erste Zusammenarbeit mit dem sehr bekannten schottischen Comedian, Autor und Satiriker Armando Iannucci, aus dessen Feder zahlreiche britische Radio- und TV-Erfolgskomödien stammen.
Inszeniert wird Hautnah von keinem Geringeren als dem britischen Regisseur Richard Jones – dem Publikum in Bregenz bestens bekannt durch seine einzigartigen Umsetzungen der Oper im Festspielhaus Mazeppa 1991 sowie Ein Maskenball 1999/2000 und La Bohème 2001/2002 auf der Seebühne.
Gastspiel der Opera North, Leeds
Musikalische Leitung: James Holmes
Inszenierung: David Pountney
Orchester, Chor, Tänzer & Statisterie der Opera North, Leed
Als Dmitri Schostakowitsch 1959 seine rasante und unbeschwerte musikalische Komödie Paradies Moskau komponierte, war Stalin tot und Chruschtschow dabei, Moskau mithilfe korrupter Architekten und ehrloser Handwerker neu aufzubauen. Er füllte die Vororte mit riesigen Wohnblöcken aus Beton und versprach all jenen ein neues Paradies auf Erden, die ihr Leben bisher in den überfüllten Slums der Innenstadt gefristet hatten.
Im Zentrum steht eine Gruppe Moskauer Bürger, die mit allen Tricks versucht, an die begehrten Wohnungen im neuen Stadtteil Cheryomushki zu kommen. Wir treffen die dralle Bauarbeiterin Lusya und ihren Freund Sergei, der als Chauffeur für den Parteibonzen Drebednyov arbeitet. Da sind Sasha und seine Frau, die gar keine eigene Wohnung haben, und sich ihre intimen Momente an Straßenecken und in Metrostationen stehlen müssen. Und da ist Sashas gewissenhafte Kollegin Lidochka, die sich in den Nichtsnutz Boris verliebt. Sie alle träumen vom Paradies – doch was sie bekommen, ist eine Vorstadt ohne Busse, Straßen und Geschäfte. Und die Erkenntnis, dass die enge Stadthölle gar nicht so schlecht war.
Lisa, Tochter aus gutem Wiener Hause, verliebt sich in den chinesischen Prinzen Sou-Chong. Sie begleitet den exotischen Gast in die Heimat und wird seine Frau. Doch die kulturellen Gegensätze erweisen sich schon bald als unüberwindbar und lassen die Liebe zerbrechen. Dem Prinzen bleibt am Ende nur das traurige Fazit: "Immer nur lächeln ..." - auch wenn es im Herzen ganz anders aussieht.
Einst hatte sich Graf Danilo Danilowitsch in die schöne aber arme Hanna verliebt, doch sein aristokratischer Erbonkel brachte die Verbindung zu Fall, und Hanna heiratete den alten, schwerreichen Bankier Glawari. Der starb bald nach der Hochzeit und hinterließ seiner Frau das ganze Vermögen, Danilo ging als Sekretär an die pontevedrinische Gesandtschaft in Paris. Dort begegnen sich Hanna und Danilo nach einigen Jahren erstmals wieder. Hanna ist fest entschlossen, den Frauenschwarm nicht ein zweites Mal aus den Augen zu verlieren...
Es sind nicht nur die mitreissenden Melodien des Walzerkönigs Johann Strauß, die diese Komödie unsterblich machen, auch die Decouvrage bürgerlicher Scheinmoral hat viel Anteil an ihrem zeitlosen Reiz. Denn damals wie heute betrügen sich Paare, erweist sich so manche Männerfreundschaft als brüchig, führen hochachtbare Personen ein scheinheiliges Doppelleben, bestimmt der Schein das Sein, feiert die Amüsiergesellschaft operettenselige Urständ’. Und wenn der Katzenjammer kommt: Schuld war halt doch nur der Champagner ...
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