Patient Zero 1 ist eine ebenso radikale wie humorvolle Kampfansage – gegen das Vergessen und Verdrängen, gegen Stereotype und falsche Vorurteile, gegen die Vereinsamung und das Schweigen im Umgang mit HIV und der Aids Pandemie und nicht zuletzt: gegen den Tod selbst.
Zugleich ist der Text eine Würdigung all jener, deren Stimmen von einer sogenannten Mehrheitsgesellschaft nie gehört wurden, all jener, die bis heute stumm bleiben, aus Scham und Angst vor Stigmatisierung – obwohl eine HIV-Infektion seit Jahren gut behandelbar ist. Und nebenbei der Versuch einer vielstimmigen sprachlich konsequente Neuerzählung von Gemeinschaft und Familie.
In Patient Zero 1 wird munter dahingestorben und feierwütig weitergelebt. Und so landet der:die Tod, der:die eigentlich bloß mal wieder eine Party crashen wollte, schließlich selbst in einer akuten Existenzkrise.
Marcus Peter Tesch macht queere Geschichte(n) sichtbar und setzt sich mit Klassismus auseinander.
Regie: Sandra Schüddekopf
die Tod hat einen witz gemacht und niemand lacht sonst darüber denn die
Tod ist nicht witzig denn : die Tod ist nicht komisch, weil : die Tod
hat einfach kein timing