Mal ist es eine Tragödie, wenn etwa Bernhard die aus seinen Werken bekannten Schimpftiraden auf den Verleger loslässt, der seinerseits auf die Überzeugungskraft des Arguments setzt. Dann gibt Bernhard ein Kammerspiel mit Unseld als Held – 1973 schreibt er ihm: „mit größter Aufmerksamkeit, mit allen Möglichkeiten, gehe ich gern mit Ihnen.“ 1984 agieren beide, bei der Beschlagnahme von „Holzfällen“, als Kämpfer für die Literatur in einem von Dritten inszenierten Schurkenstück.
Es dominiert das Beziehungsdrama: Der Autor stellt die für sein Werk und seine Person unabdingbaren Forderungen. Der Verleger seinerseits weiß, dass gerade bei Bernhard rücksichtslose Selbstbezogenheit notwendige Voraussetzung der Produktivität ist. Solch einen dramatischen Briefwechsel zwischen Autor und Verleger, in dem bei jeder Zeile alles auf dem Spiel steht, kennt das Publikum bislang nicht.
In Kooperation mit dem Suhrkamp Verlag, dem Thomas-Bernhard-Archiv und dem Österreichischen Theatermuseum.
Nach dem großen Publikumserfolg "Paradiso" (Buch: Lida Winiewicz) wird Hilde Sochor an zwei Abenden im Januar aus Lida Winiewicz' Werken "Geisterbahn" und "Katzentisch" lesen.
"Wer fürs Theater schreibt, wessen Bücher vorgelesen werden, der braucht Interpreten. Andernfalls bleibt Geschriebenens so gut wie ungeschrieben. Deshalb beneidete ich den Maler – Leinwand, Pinsel, Farben, sonst nichts, und niemand zwischen ihm und dem Betrachter – bis ich Hilde Sochor kennenlernte.
Sie bringt die Farben erst zum leuchten. Danke, Frau Professor."
- Lida Winiewicz über Hilde Sochor
Anmeldungen unter:
+43 2853 72888
[email protected]
Nach ihren erfolgreichen lyrisch-musikalischen Programmen zu Christian Morgenstern, Joachim Ringelnatz und Erich Kästner widmet sich DAS DUO +1 der schon längst nicht mehr „stillsten Zeit“ des Jahres – und mit Texten von Kleist, Brecht, Biermann, Kästner und vielen anderen ist kitschfreie Weihnachtsstimmung garantiert.
Das Duo+1 besteht aus dem Burgschauspieler Hans Dieter Knebel, Mario Schott-Zierotin (Kontrabass), Georg Wagner (Klavier).
2003 reiste Henning Mankell für einige Wochen nach Uganda, um mit Aidskranken und deren Angehörigen zu sprechen. Entwicklungshelfer unterstützen die mit ihrem vorzeitigen Tod konfrontierten Eltern dabei, Erinnerungsbücher für ihre Kinder zu verfassen, in denen sie die wichtigsten Ereignisse ihres Lebens festhalten.
Wenn die Kinder noch sehr jung beim Tod ihrer Eltern sind, fehlt ihnen jegliche Erinnerung und sie wachsen ohne eigene Identität auf. Das Erinnerungsbuch ist oft der einzige Lebensbegleiter. Mankell schreibt in seinem sehr persönlichen Text über dieses Projekt und ruft zum Kampf gegen Aids in der Dritten Welt auf.
Wie weiterleben, wenn man von einem Moment auf den anderen aus der Lebensbahn geworfen wird. Wenn der Tod plötzlich nahe rückt? Christoph Schlingensiefs Protokoll einer Selbstbefragung ist ein Geschenk an uns alle, an Kranke wie Gesunde, denen allzu oft die Worte fehlen, wenn Krankheit und Tod in das Leben einbrechen. Eine Kur der Worte gegen das Verstummen – und nicht zuletzt eine Liebeserklärung an diese Welt.
Christoph Schlingensief, geboren 1960, debütierte als Theaterregisseur 1993 an der Berliner Volksbühne mit dem Projekt "100 Jahre CDU-Spiel ohne Grenzen". Schlingensief sorgte mit Filmen, Theaterinszenierungen und Polit-Aktionskunst für Aufsehen. Am Burgtheater inszenierte er zuletzt „Mea Culpa“. Er wurde u.a. mit dem Prix Futura und dem Prix Europa ausgezeichnet.
Als Kommissarin „Klara Blum“ klärt Eva Mattes im Tatort Verbrechen auf. Bei ihrer Lesung aus den berühmten Märchen versucht sie in der Rolle der Schahrasad, Morde zu verhindern. Denn König Schahriyar lässt nach der Hochzeitsnacht seine aktuelle Frischangetraute töten. Schahrasad meldet sich freiwillig zur Ehe. Im Schlafgemach beginnt sie dem Herrscher Geschichten zu erzählen, die vor Phantasie und Spannung nur so strotzen.
Mit Fassbinders Verfilmung Wildwechsel gelang Eva Mattes 1972 der Durchbruch zur preisgekrönten Kultfigur des deutschen Films (Bundesfilmpreise in Gold, Goldene Palme von Cannes). Gleichermaßen gefeiert wurde sie für ihre Hauptrollen in Zadek-Inszenierungen und ihre zahlreichen Filmarbeiten u.a. mit Werner Herzog.
Mithilfe dieses mitreißenden Rhythmus wird keine durchgehende Geschichte erzählt, sondern ein Ausdruck fürs chaotische Ausufern der Welt und der Lust, sich darin zu verirren, gefunden, ohne Zwang eines starren Systems. Die Performance bedeutet Ausuferung – ehrlich, gegenwärtig, kompromisslos - ein Feuerwerk, ein Schwebezustand.
Blasse Gestalten, Särge, Käuzchenrufe: H.C. Artmann spielt mit abgegriffenen Genres und wohlbekannten Sujets und treibt das Klischee mit dem Klischee selber aus. So lässt Artmann den jungen Sir Johann Adderley Bancroft sich mit seiner Verlobten Edwarda Cornwallis auf den Weg zum Grafen Dracula machen. Wenig später werden Bancroft und Edwarda Zeugen allerseltsamster Hochzeitsbräuche. So wird die Tochter des Bürgermeisters im Fledermaussalon des Dracula-Schlosses auf ein Streckbett geschnallt, ein junger Jäger wird tot und blutleer im Wald aufgefunden, neben ihm ein Postbote. Ebenfalls blutleer. Und was mit Edwarda, Bancrofts scheuer Verlobten, geschieht - man muss es hören, um es zu glauben.
»Dracula, Dracula«, erstmals erschienen 1966, wird vorgetragen von Erwin Steinhauer. Die von Georg Graf und Peter Rosmanith komponierte, und auf zahlreichen Perkussions- und Blasinstrumenten interpretierte Musik, bezieht ihre Einflüsse aus osteuropäischer Volksmusik, dem Jazz, Ambient- und der Minimalmusic.
Musik und Literatur ergänzen sich zu einem akustischen Film. Die Musik verdichtet, interpretiert und erweitert den Text, schafft neue Hör-Räume. Aus Sprache und Musik entsteht eine »Symphonie des Grauens«.
Manfred Lukas-Luderer liest Kärntner Mundart von Günther Steyrer, Arnold Ronacher und Wilhelm Rudnigger, eingebettet in jazzige „Kärntner Ansichten“ der beiden Musiker Thomas und Ernst Wallisch und Auszüge aus der gemeinsamen CD „Koschat Balladen“.