Lucio Silla im Gewand der Zeit Mozarts
Seine frühe Oper Lucio Silla mit Rolando Villazón in der Titelrolle steht dabei im Mittelpunkt. Diese in kürzester Zeit und unter teils widrigen Umständen geschriebene Oper markiert jenen faszinierenden Punkt, an dem sich das Wunderkind zum reifen Komponisten wandelte. Die Handlung rund um die Abdankung eines römischen Diktators, gefasst in ein mit düsteren Szenen angereichertes Libretto, inspirierte Mozart zu erstaunlicher Musik. Lucio Silla bedeutete das Ende von Mozarts Opernkarriere in Italien – und zugleich den Beginn seiner Reifezeit. Bei der Mozartwoche kommt das Werk in einer szenischen Produktion von Marshall Pynkoski zur Aufführung – im Gewand der Zeit Mozarts, ohne auf eine zeitgemäße, dynamische Betrachtungsweise zu verzichten. Der Stoff wird aber auch im Licht anderer Behandlungen durch Zeitgenossen von Mozart – Johann Christian Bach und Pasquale Anfossi – reflektiert.
Wiener Philharmoniker mit Altmeistern und jungen Talenten
Die Wiener Philharmoniker stehen auch 2013 im Zentrum der Mozartwoche. Immerhin war es die Stiftung Mozarteum, welche die Wiener Philharmoniker 1877 nach Salzburg holte und damit die Einladung zum ersten Konzert dieses Orchesters außerhalb Wiens gab. Dieses Jahr spürt das Orchester gemeinsam mit zwei der aufsehenerregendsten Dirigenten der jungen Generation, Gustavo Dudamel und Teodor Currentzis, sowie dem Altmeister Georges Prêtre den emotionellen Tiefen von Wolfgang Amadé Mozart nach, spielt aber auch eine Uraufführung von Johannes Maria Staud sowie Werke von Richard Wagner und Georges Bizet: erfrischende, verblüffende Programme, die so nur bei der Mozartwoche zu erleben sind.
Renommierte Gastorchester und Solisten
Sechs renommierte Gastorchester mit ebensolchen Dirigenten und Solisten, darunter die Ausnahmegeigerinnen Janine Jansen und Patricia Kopatchinskaja, legen das Moderne an der Klassik und das Klassische an der Moderne frei. Die Academy of Saint Martin in the Fields spielt die 1. Symphonie Mozarts, entstanden unter dem Eindruck Johann Christian Bachs, und Béla Bartóks Divertimento, Sir Simon Rattle liest die abschließende Symphonie-Trias mit dem Orchestra of the Age of Enlightenment neu, Andrés Orozco-Estrada setzt sich am Pult des Mahler Chamber Orchestra mit dem Sturm-und-Drang-Gestus der sogenannten „kleinen“ g-Moll-Symphonie auseinander und spürt neben den Gefühlsaufwallungen Strawinskys distanziert reflektierender Neoklassik nach. András Schiff folgt als Pianist und Dirigent seiner Cappella Andrea Barca Mozarts Ausläufern zu Beethoven und Schubert, Marc Minkowski zeigt mit den Musiciens du Louvre Grenoble, wie sich die Opernreformer Gluck und Wagner zum exemplarischen Musikdrama Don Giovanni verhalten, während das Ensemble intercontemporain und das SWR-Vokalensemble Stuttgart unter George Benjamin über Messiaen und Boulez bis zu Johannes Maria Staud vordringen.
Mozart-Kinderorchester
Sein Debüt bei der Mozartwoche 2013 feiert das von der Stiftung Mozarteum neu gegründete Mozart-Kinderorchester. In diesem Klangkörper können Kinder und Jugendliche bis zum Alter von 12 Jahren die wunderbare Erfahrung machen, zum Orchester zusammenzuwachsen – und zeigen, dass sie längst imstande sind, die technischen und musikalischen Anforderungen der Werke Mozarts sowie anderer Komponisten zu erfüllen und ihre Spielfreude auf das Publikum zu übertragen. „Mozart, zu leicht für Kinder, zu schwer für Erwachsene“, meinte Artur Schnabel. Das von Sven-Eric Bechtolf moderierte Konzert unter der Leitung von Christoph Koncz und Marc Minkowski bietet Groß und Klein einen spannenden, unterhaltsamen Einblick in die Musik nicht nur von Wolfgang Amadeus Mozart, sondern auch von Johann Christian Bach und Johannes Maria Staud.
Composer-in-Residence: Johannes Maria Staud
Denn „Mozart neu erleben“ bedeutet auch, Mozart mit der Musik unserer Zeit in Beziehung zu setzen. Das geschieht in der Mozartwoche 2013 hauptsächlich mit Kompositionen des österreichischen Komponisten Johannes Maria Staud, von dem unter anderem ein Auftragswerk der Stiftung Mozarteum zur Aufführung gelangen wird. Verblüffende Bezüge eröffnen sich auch bei Werken von Richard Wagner oder französischer Meister wie Bizet, Ravel, Boulez, Saint-Saëns oder Messiaen.
„Mozart-Bilder – Bilder Mozarts”
Ein besonderes Erlebnis werden die Museumskonzerte, bei denen in Mozarts Geburtshaus und im Mozart-Wohnhaus Mozarts authentische Instrumente – Hammerklavier und Geige – erklingen werden. Zum Rahmenprogramm gehören auch bei der Mozartwoche 2013 wieder Filmaufführungen, Round-Table-Gespräche und wissenschaftliche Vorträge. Während der Mozartwoche und bis Mitte April 2013 wird im Mozart-Wohnhaus außerdem eine einzigartige Ausstellung zu sehen sein: „Mozart-Bilder – Bilder Mozarts” heißt die Sonderschau mit Mozart-Bildnissen. Es ist die erste Ausstellung nur mit Mozart-Porträts. In sieben Räumen werden rund 100 Exponate zu sehen sein – die stiftungseigenen Mozart-Porträts, aber auch zahlreiche Leihgaben aus öffentlichem und Privatbesitz. Dabei wird bei zahlreichen Porträts auch die Authentizität infrage gestellt und der Frage nachgegangen, was unser Mozart-Bild heute ausmacht.
24. Januar bis 3. Februar 2013
Informationen
Kartenbüro der Stiftung Mozarteum Salzburg
Mozart-Wohnhaus
Theatergasse 2, A-5020 Salzburg
Tel. +43 (0) 662/87 31 54
www.mozarteum.at
Leserkommentare
Zum Kommentieren kostenfrei registrieren oder anmelden.