Brahms wollte nicht um jeden Preis modern und fortschrittlich sein, sondern strebte danach, vor den großen Meistern der Vergangenheit bestehen können. Dass das Thema von Brahms’ „Haydn-Variationen“ gar nicht von Haydn stammt, wie wir heute wissen, ist gleichgültig: Viel wichtiger ist, dass Brahms Haydns Verarbeitungsstrategien auf der Höhe seiner eigenen Zeit auf Staunen erregende Art fortführt. Und auch über die Rolle von Solo, Soli und Orchester wird in diesem Programm nachgedacht: In Haydns Sinfonia concertante treten Violine, Oboe, Violoncello und Fagott in einen heiteren, teilweise geradezu opernhaften Wettbewerb. Schmerzlich und großartig zugleich ist dagegen der Hintergrund von Brahms’ d-Moll-Klavierkonzert, das Sir András bewusst auf einem historischen Flügel interpretiert: ein Hörabenteuer ersten Ranges.
Programm
Johannes Brahms: Variationen über ein Thema von Joseph Haydn op. 56a
Joseph Haydn: Sinfonia concertante B-Dur Hob I:105
Johannes Brahms: Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll op.15
Besetzung
András Schiff, Dirigent und Solist
Chamber Orchestra of Europe