Der 1950 in Philadelphia uraufgeführte Konsul traf damals den Nerv der Zeit und ist auch heute noch von erschreckender Aktualität. Denn obwohl Menotti durch persönliche Erlebnisse zur Auseinandersetzung mit diesem politischen Thema angeregt wurde, wandte er sich nicht gegen ein konkretes Regime. Sein mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneter Konsul ist für ihn eine „Anklage gegen Tyrannei in jeglicher Form“. In dem ungemein fesselnden Opernthriller bewies der Italo-Amerikaner, der die Operntradition seiner Heimat mit musikalischen Einflüssen der neuen Welt verband, sein großes musikdramatisches Talent.
Die szenische Umsetzung von Menottis bedeutendstem Werk, das zum ersten Mal am TLT zu sehen sein wird, liegt in den Händen des Tiroler Regisseurs René Zisterer, der hier zuletzt Turandot inszenierte.