Kafkas unvollendete Erzählung "Der Bau" skizziert eine unterirdische Welt, in der Glück und Paranoia eng verschwistert liegen. Der Bewohner und Icherzähler ist eine Art Menschentier, ein denkendes und sprechendes Geschöpf. Eben ein kafkaeskes Wesen, das im permanenten Ausnahmezustand, im Kreuzzug gegen die Außenwelt, das Fremde und mögliche Eindringlinge lebt. Das kleinste Geräusch ist maximaler Stress für den Erschaffer des Baus. "Der Bau" ist eine Parabel über die Gesellschaft, die permanent Risiken schafft, indem sie diese zu verhindern sucht. Wie in allen Erzählungen Kafkas treiben die Konsequenzen ihres Handelns und Denkens die Wesen, Tiere, Menschen unerbittlich vor sich her, meist verlassen von jeglichem Realitätssinn. Max Simonischek inszenierte diesen Monolog 2015 am Theater am Neumarkt in Zürich mit großem Erfolg. Inzwischen spielt er ihn unter anderem am Burgtheater Wien und am Schauspiel Frankfurt.