Schloss Pöckstein   

Seit 1783 im Dornröschenschlaf und nun erwacht!

Das prachtvolle Schloss Pöckstein, gelegen in Straßburg-Zwischenwässern in Kärnten, ist das frühere Residenzschloss der ­Fürstbischöfe von Gurk. Es besitzt in seinen Prunkräumen faszinierende Malereien und Raumausstattungen aus dem letzten Viertel des 18. Jahrhunderts.

Das Schloss ist der bedeutendste früh­klassizistische Bau Kärntens und geht auf Fürstbischof Josef Franz II. Graf von Auers­perg zurück. Dieser residierte, wie die ihm vorangegangenen Gurker Bischöfe, in der nahe gelegenen Straßburg, bis jene 1767 durch ein Erdbeben schwer beschädigt wurde. Auersperg erteilte 1778 den Auftrag zur Erbauung einer neuen Residenz dem Salzburger Architekten Johann Georg Hagenauer. Das in der Rekordzeit von nur vier Jahren errichtete Schloss hatte nur eine kurze Nutzungsdauer, da Kaiser Joseph II. bereits 1783 die Anordnung an alle Bischöfe des Reichs ausgab, ihre Residenzen in die jeweiligen Landeshauptstädte zu verlegen.
So blieb Schloss Pöckstein in Stil und Form erhalten, es erfolgten keine weiteren Umbauten oder stilistischen Neugestaltungen. Im Schloss Pöckstein ist sozusagen die Zeit von 1783 stehen geblieben. Das Haus war in weiterer Folge Sitz der Temporalienverwaltung des Bistums und diente nur noch zeitweise als Sommersitz, bis die Kirche das Haus und den dazugehörigen Schlosspark mit höchst origineller Kegelbahn und architektonisch klarem Monopteros am nahe gelegenen Bach im Jahr 2001 verkaufte. Danach hörte man lange Zeit aus dem Schloss nichts mehr. Später war von der Errichtung einer Raststätte und sogar der Einrichtung eines Nachtklubs die Rede. Diese Themen sind jetzt glücklicherweise vom Tisch.
Bei dem nicht nur aus der Ferne beeindruckenden Schloss handelt es sich um einen mächtigen viergeschossigen Kastenbau mit Mansarddach und turmartiger Laterne. In dem großzügig mit einer Kutsche bis zum Park zu durchfahrenden Erdgeschoss liegen die Räume für die Bediensteten. Durch ein repräsentatives, figurenbestückten Treppenhaus gelangt man ins erste Obergeschoss. Dort befindet sich auch die zweigeschossige, klassizistisch dekorierte und von einer gemalten Scheinöffnung bekrönte Kapelle. Besonders sehenswert sind die Prunkräume im zweiten Geschoss, darunter vor allem der illusionistisch ausgemalte, um Tier- und Pflanzendarstellungen ergänzte Speisesaal in noch barocker Manier. Ebenfalls in diesem Stil gehalten ist das ehemalige Billardzimmer beziehungsweise ein Sommersalon in der Laterne.
Das frühklassizistische Gesamtkunstwerk Schloss Pöckstein wird nun zusammen mit seinem Park im Rahmen von Führungen und Veranstaltungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. In Zukunft können das Haus und seine Salons, die Schloss­kapelle und der Park auch gemietet werden.

Informationen

Familie Thomas Telsnig

Tel. +43 (0) 664/846 43 50


Kulturverein INTEMPO

Tel. +43 (0) 699/1105 4499

http://www.intempo.at

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