BernstreinzimmerBernsteinschatulle © Couven-Museum Restaurator

Faszination & Mythos Bernsteinzimmer

Die Bernsteinzimmerwerkstatt Sankt Petersburg.
Hühnermarkt 17, D-52062 Aachen

Das berühmte Bernsteinzimmer aus Sankt Petersburg, das in den Wirren des Zweiten Weltkriegs verloren gegangen ist, bleibt ein Mythos. Seine außergewöhnliche Kostbarkeit und Kunstfertigkeit – es wurde als das „achte Weltwunder“ bezeichnet – sowie sein mysteriöses Verschwinden sind für seine andauernde Faszination ausschlaggebend. Der preußische König Friedrich Wilhelm I. schenkte das in Danzig und Königsberg gefertigte Bernsteinzimmer, das von dem Hofarchitekten Eosander von Göte entworfen worden und ursprünglich für das Charlottenburger Schloss bestimmt war, im Jahr 1716 dem russischen Zaren Peter dem Großen. Erst seine Tochter, Zarin Elisabeth, hat das Bernsteinzimmer im Katharinenpalast in Zarskoje Selo bei Sankt Petersburg einbauen lassen. 1770, zur Zeit der Regentschaft von Katharina der Großen, ist das Bernsteinzimmer dann vollendet worden. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Bernsteinpaneele nach Königsberg transportiert und im Schloss des Deutschordens eingebaut, bis sie 1945 auf ungeklärte Weise abhandenkamen. Seither ist das Bernsteinzimmer eine Legende.
1981 wurde die „Bernsteinwerkstatt Zarskoje Selo“ gegründet, um das Bernsteinzimmer zu rekonstruieren. Dies geschah nach altem Fotomaterial. 2003 konnte zum 300-Jahre-Stadtjubiläum von Sankt Petersburg das zweite Bernsteinzimmer im Katharinenpalast eröffnet werden, das ebenso beeindruckend war wie das verloren gegangene Original, das mehr als 200 Jahre in all seiner Pracht den Sitz der Zarin verschönte.
In der Ausstellung wird die ambitionierte und zugleich sehr einfühlsame Arbeit der Bernsteinwerkstatt vorgestellt. Gezeigt werden Materialien zur Geschichte des Bernsteinzimmers sowie zu seiner Wiederherstellung, Kopien und Repliken von bedeutenden Bernsteinkunstwerken des 17. und 18. Jahrhunderts, aber auch eigene Neuschöpfungen dieser „Restaurationskünstler“. Ikonen, Schatullen, Gefäße, Kerzenhalter und andere Preziosen aus Bernstein sind neben Fotografien und Texten in der Ausstellung zu sehen. Ein Meister der Bernsteinschnitzkunst führt in der Ausstellung vor den Augen des Besuchers kleinere Arbeiten aus, sodass das diffizile Metier der Edelsteinschnitzkunst lebendig werden kann und die künstlerisch-technische Leistung der Bernsteinzimmerwerkstatt deutlich hervortritt. Das Couven-Museum mit seinen Einrichtungsgegenständen des 18. Jahrhunderts bietet einen adäquaten Rahmen für diese Präsentation der Bernsteinkünstler.
1. November 2008 bis 6. Januar 2009

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