karlsplatz.org: Gabriela Hegedüs (mit Sohn Hugo), Christoph Möderndorfer und Peter Melichar (von links) © Severin WurnigPopfest am KarlsplatzPopfest am Karlsplatz

Kultursommer in Wien: 3 Engel für Charlie

oder wie alles begann …

Seit 2006 teilen sie sich einen Arbeitsplatz zur Koordination des Kunstplatzes Karlsplatz. Privat sind sie Freunde, die Grenzen von Arbeit und Freizeit sind oft fließend, die Ideen sprudeln rund um die Uhr: Das Team von karlsplatz.org, bestehend aus Gabriela Hegedüs, Christoph Möderndorfer und Peter Melichar, erzählt, wie alles begann.

SIMsKultur: Von wem sind Sie beauftragt worden, den Karlsplatz zum Kunstplatz zu entwickeln?

Melichar: Das geschah auf Initiative des Wiener Kulturstadtrats. Er hat uns, die wir alle im Kulturmanagement aktiv sind, gebeten, dass wir uns im Anschluss an die Neugestaltung des Karlsplatzes im Jahr 2006 der Kunst auf dem Platz annehmen und diesen mit Leben erfüllen.

SIMsKultur: Wie waren die Anfänge?

Hegedüs: Ganz zu Beginn sind wir in alle Kunst- und Bildungshäuser gegangen, haben uns vorgestellt und gefragt: Was kann der Karlsplatz sein? Was macht ihn besonders, einzigartig? Einzigartig ist sicher seine enorme Dichte an Kunst-, Kultur- und Bildungsangeboten. Und was sind die Bedürfnisse der Kulturhäuser? Unsere Rolle war und ist es, diese Institutionen zu vernetzen, zu motivieren. Wir haben gesagt: Seht ihr Möglichkeiten hinauszugehen? Ihr seid hier auf dem Platz – prägt und bestimmt doch den Platz mit! Wir unterstützen euch und wollen Katalysatoren sein in diesem Vernetzungsprozess. Seitdem treffen wir uns regelmäßig mit allen in Jours fixes und schaffen Synergien für eine kulturelle Stadtteilentwicklung der „Gegend“ Karlsplatz, wie Otto Wagner den Karlsplatz schon nannte.

SIMsKultur: Ihr erstes großes Projekt war …

Möderndorfer: Das erste gemeinsame Projekt war ein groß angelegter Tag der of­fenen Türen in allen Kulturhäusern, mit ­einem Fest am Teich vor der Kirche. Dieser „Karlstag“ fand heuer übrigens schon zum fünften Mal statt. Das erste richtig große Projekt freilich war das offizielle Wiener Kulturprogramm zur Fußball-EM 2008, wo wir auf mehreren Bühnen 21 Tage lang vor allem Wiener Künstlerinnen und Künstler eingeladen hatten: Viele Tausend Besucher kamen damals, es war eine echte Aufbruchsstimmung unter den Künstlern, auch für den Platz. Die damalige „Seebühne“ vor der Karlskirche war somit erprobt und diente dann als Inspiration für das heute so erfolgreiche Popfest Wien. Dieses Qualitätsfestival erhebt kulturellen Anspruch und findet heuer bereits zum dritten Mal statt – Open Air und in den Kulturins­titutionen wie Wien Mu­seum, Kunsthalle, Künstlerhaus und Technische Universität.

Hegedüs und Melichar: Stimmt. Die tollen Erfahrungen 2008 haben das Popfest nahezu zwingend gemacht.

Das Popfest am Karlsplatz findet heuer vom 25. bis 28 Juli statt.

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