Meine Schwester und ich - Julia Koci (Henriette, Gesellschafterin der Prinzessin), Lukas Perman (Dr. Roger Fleuriot, Bibliothekar)


Meine Schwester und ich

29. Dez. 2020
Parallel zu seinen großen Revue-Operetten befasste sich der vielseitige Ralph Benatzky mit der Entwicklung eines „neuen“ Genres, der Kammeroperette.

So wurde im März 1930, wenige Monate vor dem spektakulären „Weißen Rössl“ und ebenfalls in Berlin, das leichtfüßige musikalische Lustspiel „Meine Schwester und ich“ uraufgeführt. Erstmals an der Volksoper, wartet die entzückende Verwechslungskomödie um die junge Gräfin, die sich als ihre eigene Schwester ausgibt, mit grandiosen typischen Benatzky-Schlagern auf.

Vorspiel
Vor Gericht.

Aufgrund gegenseitiger „unüberwindlicher Abneigung“ möchten sich Dolly und Roger scheiden lassen. Der Gerichtspräsident ist überrascht – haben die beiden nicht kürzlich die Gesellschaftsseiten der Zeitungen mit ihrem „Sieg der Liebe über Konventionen und Standesunterschiede“ gefüllt? Das Gericht lässt sich die Liebes­geschichte detailliert erzählen …

1. Akt
Auf dem Schloss von Dolly de Saint-Labiche, knapp zwei Jahre zuvor

Der junge Musikwissenschaftler Dr. Roger Fleuriot ist bei der reichen Adeligen Dolly de Saint-Labiche enga­giert, um deren Bibliothek zu sortieren und zu katalogisieren. Heimlich hat er sich an der Uni­versität von Nancy beworben und eine Zusage erhalten. Der Tag der Abreise ist nahe – aber wie soll er das seiner Auftraggeberin erklären? Die Arbeit in der Bibliothek ist noch lange nicht ab­geschlossen, und Roger fürchtet um sein Honorar.

Henriette, Gesellschafterin der Prinzessin, durch­schaut die Situation: Zwischen Dolly und Roger besteht eine uneingestandene Liebe. Henriette beruhigt ihn, dass er sein Honorar erhalten wird (Für Dich), worüber sich Roger unbändig freut (Ich bekomme meine fünftausend Francs!). Auch Graf Lacy de Nagyfaludi, ein alter Verehrer Dollys, erkennt, dass sie verliebt ist (Um ein bisschen Liebe), während Roger nie wagen würde, sich oder gar Dolly seine Gefühle einzugestehen. Dabei winkt sie mit sämtlichen Zaunpfählen, die ihn für das Thema Liebe begeistern könnten (War sie nicht reich? War er nicht arm?).

Höchst beunruhigt über Rogers bevorstehende Abreise, greift Dolly zu einer List: Sie erfindet eine Schwester, die, der Familie entfremdet, als Verkäuferin in einem Schuhgeschäft in Nancy arbeitet. Roger möge dieser Geneviève doch ein Paket von Dolly bringen. Roger ist gespannt auf die Begegnung mit ihrer Schwester (Jung muss man sein).

Alle reisen ab: Roger, um seine Stelle in Nancy anzutreten; Dolly, die Eile hat, vor ihm dort zu sein, um in ihre neue Identität als Schuhverkäuferin zu schlüpfen; und auch Graf Lacy, der seine Liebes­zukunft gefährdet sieht (Da fährt sie fort mit dem Kavalier).

2. Akt
Im Schuhgeschäft von Herrn Filosel in Nancy

Die Verkäuferin Irma erhält vom nebenan liegenden Palace-Theater den Anruf, dass sie abends einspringen soll. Umgehend beginnt sie, mit den Kolleginnen und Kollegen des Theaters im Schuhgeschäft zu proben (Sie kommen heute in unsere Palace-Revue!). Filosel ist außer sich über die Vorgänge in seinem Laden. Da er aber Irma Geld schuldet, kann er sie nicht ohne weiteres kündigen. Dolly stürzt herein. Sie gibt sich als Geneviève Giffard aus und begehrt, sofort als Verkäuferin engagiert zu werden. Ihren Wunsch setzt sie mit Geld durch: Sie bezahlt Filosel für ihre Anstellung und Irma für den Verzicht auf ihre Position samt Dienstkleidung (Diesen Tag heut’ im Kalender).

Roger besucht das Schuhgeschäft und begegnet „Geneviève“, die ihm auf Anhieb gefällt (Ich lade Sie ein, Fräulein). Auch Graf Lacy hat den Laden Filosels ausfindig gemacht. Er trifft auf Irma, die er sofort eifrig umwirbt (Es ist bekannt, dass jeder Ungarmann). Filosel versucht, den vermeintlichen Kunden und die bereits entlassene Irma zu trennen, doch alles endet in einem vergnügten Loblied auf den welt­weit geschätzten Zeitvertreib: Ach, wie süß ist die Liebe. Roger hat sich tatsächlich verliebt (Mein Mädel ist nur eine Verkäuferin) – Dolly lässt ihn vorerst in dem Glauben, Geneviève sei der Gegenstand seiner Gefühle.
Nachspiel

Der Gerichtspräsident und seine Entourage finden sich in Filosels Schuhgeschäft ein, um sich am Originalschauplatz den weiteren Hergang erzählen zu lassen: Roger ist also doch Ehemann der Prinzessin geworden. Der Reichtum und das strenge Protokoll, dem er als Prinzgemahl unterworfen wurde, haben ihn unglücklich gemacht, wie er berichtet. Dolly ist erschüttert und gelobt Besserung. Das Gericht vertagt die Scheidungsverhandlung um ein halbes Jahr …

Details zur Spielstätte:
Währingerstraße 78, A-1090 Wien

Veranstaltungsvorschau: Meine Schwester und ich - Volksoper Wien

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